Streichinstrument
Der Kontrabass
Der Kontrabass ist das größte und tiefste Streichinstrument – das klangliche Fundament von Orchester und Band und die treibende Kraft im Jazz.
Kurzüberblick
Der Kontrabass ist das größte und tiefste Streichinstrument. Er wird im Stehen oder auf einem hohen Hocker gespielt und bildet in vielen Besetzungen das harmonische und rhythmische Fundament. Im Gegensatz zu Geige und Cello sind seine Saiten in Quarten gestimmt – ein Erbe der alten Gambenfamilie.
Geschichte & Herkunft
Der Kontrabass vereint Merkmale der Violin- und der Gambenfamilie, was sich unter anderem in der Quartstimmung und den oft abfallenden Schultern zeigt. Im 18. und 19. Jahrhundert wurde er zum festen Bestandteil des Orchesters. Im 20. Jahrhundert wurde er als „Double Bass“ zum Herzstück der Jazz-Rhythmusgruppe und prägte Swing, Bebop und viele weitere Stile.
Aufbau & Funktionsweise
Der Korpus ist sehr groß, damit er die tiefen Töne kräftig abstrahlen kann; ein Stachel stützt das Instrument. Gespielt wird mit dem Bogen – wahlweise in deutscher oder französischer Bauart – oder mit den Fingern (Pizzicato). Wie alle klassischen Streicher besitzt der Kontrabass kein bundiertes Griffbrett.
Klang & Stimmung
Die vier Saiten sind in Quarten gestimmt: E, A, D und G; der Kontrabass klingt eine Oktave tiefer, als er notiert wird. Sein Klang ist tief und resonant. In der Klassik überwiegt das gestrichene Spiel (arco), im Jazz das gezupfte „Walking Bass“, bei dem der Bass Ton für Ton durch die Harmonien schreitet und der Musik ihren Puls gibt.
Spielweise & Technik
Wegen der Größe des Instruments sind die Abstände zwischen den Tönen weit; die linke Hand arbeitet in klar definierten Lagen. Die rechte Hand streicht oder zupft. Kontrabassspielen ist körperlich – Haltung und ein entspannter Umgang mit dem großen Instrument sind wichtig. Im Jazz kommen Techniken wie das perkussive „Slap“ hinzu.
Rolle & Repertoire
Im Orchester ist der Kontrabass das tiefe Fundament, im Jazz die Seele der Rhythmusgruppe. Darüber hinaus findet man ihn in Tango, Rockabilly, Folk und vielen anderen Stilen. Ob gestrichen oder gezupft – er verleiht der Musik Halt, Tiefe und Bewegung.
Einstieg an der Musikschule
Der Einstieg gelingt meist ab etwa acht bis zehn Jahren, abhängig von der Körpergröße. Auch den Kontrabass gibt es in kleineren Größen (etwa 1/8 oder 1/4), sodass jüngere Schülerinnen und Schüler beginnen können. Welche Größe passt, klären wir gemeinsam im Unterricht.
Bogen & Spielarten
Beim Kontrabass gibt es zwei Bogenbauarten: den deutschen Bogen, der von unten gehalten wird, und den französischen Bogen, dessen Haltung der von Cello und Geige ähnelt. Beide sind gleichwertig – welcher passt, entscheidet sich im Unterricht. Im Jazz kommt zusätzlich das perkussive „Slap“-Spiel hinzu, bei dem die Saiten hörbar auf das Griffbrett schnalzen.
Praktisches
Wegen seiner Größe braucht der Kontrabass Platz zum Üben und Lagern sowie einen gepolsterten Transportbezug; viele nutzen einen hohen Hocker. Er sollte stehend an einer sicheren Stelle abgestellt werden, um Stürze zu vermeiden. Kleinere Bauformen erleichtern jüngeren Spielerinnen und Spielern den Einstieg, bis die Körpergröße für ein größeres Instrument reicht.
Für Einsteiger: Was macht den Kontrabass besonders?
Der Kontrabass ist im wahrsten Sinne ein Fundament-Instrument: Man spürt die tiefen Töne körperlich und trägt in jeder Band eine tragende Rolle. Bassistinnen und Bassisten sind gefragt, denn gute Bassleute sind selten – wer das Instrument lernt, findet schnell Anschluss in Ensembles aller Stilrichtungen. Trotz seiner Größe lässt sich der Einstieg mit passend verkleinerten Instrumenten gut bewältigen. Ein sicheres Zeitgefühl, das man am Bass besonders schult, hilft auf jedem anderen Instrument weiter.