Tasteninstrument

Das Klavier

Kaum ein Instrument ist so vielseitig wie das Klavier: Es kann Melodie und Begleitung zugleich übernehmen, klingt solistisch ebenso überzeugend wie im Ensemble und ist für viele der erste Zugang zur Musik überhaupt.

Tasten eines Klaviers in Schwarzweiß

Kurzüberblick

Das Klavier gehört zu den Tasteninstrumenten und zählt zugleich zu den Saiten- wie zu den Schlaginstrumenten: Beim Anschlag einer Taste schlägt ein mit Filz überzogener Hammer gegen gespannte Saiten. Sein großer Tonumfang von 88 Tasten (sieben Oktaven plus einige Töne) macht es zum vollständigsten aller Soloinstrumente – man kann darauf ganze Orchesterwerke nachspielen.

Geschichte & Herkunft

Der Italiener Bartolomeo Cristofori baute um 1700 in Florenz das erste Instrument, das durch unterschiedlich kräftigen Anschlag laut („forte“) und leise („piano“) spielen konnte – daher der Name „Pianoforte“. Zuvor hatten Cembalo und Clavichord diese dynamische Bandbreite nicht in dieser Form geboten. Im Lauf des 18. und 19. Jahrhunderts wurde das Klavier technisch immer weiter verfeinert und zum wichtigsten Hausinstrument des Bürgertums; Komponisten wie Mozart, Beethoven, Chopin und Liszt prägten sein Repertoire entscheidend.

Aufbau & Funktionsweise

Beim Druck auf eine Taste wird über eine fein abgestimmte Mechanik ein Hammer in Bewegung gesetzt, der gegen eine oder mehrere Saiten schlägt und sofort wieder zurückfällt, damit die Saite frei schwingen kann. Ein Dämpfer legt sich beim Loslassen der Taste zurück auf die Saite und stoppt den Ton. Die Schwingungen übertragen sich über einen Steg auf den Resonanzboden, der den Klang verstärkt. Man unterscheidet zwei Bauformen:

  • Flügel: waagerecht liegende Saiten, längere Bauform – bevorzugt im Konzert wegen des vollen Klangs und der präzisen Mechanik.
  • Pianino (aufrechtes Klavier): senkrecht stehende Saiten, platzsparend – das klassische Instrument für zu Hause und den Unterricht.

Klang & Stimmung

Ein modernes Klavier ist gleichstufig temperiert gestimmt, das heißt, die Oktave ist in zwölf gleich große Halbtonschritte geteilt. Dadurch klingt das Instrument in allen Tonarten gleichermaßen gut. Die meisten Töne werden von zwei oder drei gemeinsam gestimmten Saiten erzeugt, was dem Klang seine Fülle gibt. Weil sich die Saitenspannung mit der Zeit verändert, sollte ein Klavier regelmäßig – in der Regel ein- bis zweimal im Jahr – von einer Fachkraft gestimmt werden.

Spielweise & Technik

Gespielt wird mit beiden Händen über die gesamte Klaviatur; typischerweise übernimmt die rechte Hand die Melodie, die linke Begleitung und Bass – beide Hände sind jedoch gleichberechtigt. Die Pedale erweitern die Ausdrucksmöglichkeiten: Das rechte Pedal (Fortepedal) hebt die Dämpfer an, sodass Töne nachklingen; das linke (una corda) macht den Klang weicher und leiser. Wichtige Grundlagen sind eine lockere Hand- und Armhaltung, ein gutes Gehör für Dynamik und das Zusammenspiel beider Hände.

Rolle & Repertoire

Das Klavier ist in nahezu jeder Musikrichtung zu Hause: in der Klassik als Solo-, Kammermusik- und Begleitinstrument, im Jazz als harmonisches Rückgrat, in Pop, Rock, Filmmusik und Liedbegleitung. Weil es Harmonie und Melodie gleichzeitig darstellen kann, eignet es sich außerdem hervorragend, um Musiktheorie zu verstehen – viele Musikerinnen und Musiker anderer Instrumente nutzen das Klavier als „Denkinstrument“.

Einstieg an der Musikschule

Mit dem Klavierunterricht kann man in fast jedem Alter beginnen – bei uns oft schon ab etwa fünf Jahren, aber ebenso als Jugendlicher oder Erwachsener. Für den Anfang genügt ein gepflegtes akustisches Klavier oder ein hochwertiges Digitalpiano mit gewichteter Tastatur und 88 Tasten. Alles Weitere – von der richtigen Haltung bis zum ersten Stück – lernt man Schritt für Schritt im Unterricht.

Probestunde anfragen Preise ansehen