Holzblasinstrument
Die Blockflöte
Die Blockflöte ist ein idealer erster Weg in die Musik – und zugleich ein ernst zu nehmendes Instrument der Alten Musik mit einer ganzen Familie von Größen.
Kurzüberblick
Die Blockflöte ist eine längs geblasene Flöte mit einem sogenannten Kernspalt, durch den die Luft geführt wird. Sie gilt als klassisches Einsteigerinstrument, ist aber ebenso ein ernst zu nehmendes Konzertinstrument der Alten Musik. Es gibt sie in einer ganzen Familie von Größen – vom kleinen Sopranino über Sopran, Alt und Tenor bis zum Bass.
Geschichte & Herkunft
In Mittelalter, Renaissance und Barock war die Blockflöte hoch angesehen; Komponisten wie Telemann, Vivaldi und Bach schrieben für sie. Im 19. Jahrhundert geriet sie zugunsten der Querflöte in den Hintergrund und wurde im 20. Jahrhundert mit der Wiederentdeckung der Alten Musik neu belebt. Zugleich wurde sie zum weit verbreiteten Schul- und Einsteigerinstrument.
Aufbau & Funktionsweise
Beim Anblasen strömt die Luft durch einen schmalen Kanal (den Kernspalt) und trifft auf eine scharfe Kante, die Labium genannt wird – dort entsteht der Ton. Über die Grifflöcher, die man mit den Fingern verschließt, wird die Tonhöhe bestimmt; ein Daumenloch auf der Rückseite hilft beim Überblasen in die Höhe. Blockflöten bestehen aus Holz oder aus pflegeleichtem Kunststoff.
Klang & Stimmung
Der Klang ist weich und lieblich. Die Tonhöhe ergibt sich aus den gegriffenen Löchern und dem Überblasen; fein gestimmt wird durch leichtes Verschieben des Kopfstücks. Weil die Blockflöte einen sehr sanften Anblasdruck braucht, eignet sie sich gut, um Atem und Tongefühl zu schulen.
Spielweise & Technik
Beide Hände verschließen die Grifflöcher, wobei die obere Hand die oberen Löcher und den Daumen für das Überblasen bedient. Ein gleichmäßiger, ruhiger Atem und eine saubere Artikulation mit der Zunge sind die wichtigsten Grundlagen. Von hier aus lässt sich vieles auf andere Blasinstrumente übertragen.
Rolle & Repertoire
Die Blockflöte glänzt in der Alten Musik und im Ensemble, wo mehrere Größen zusammen einen vollen, ausgewogenen Klang ergeben. Sie eignet sich hervorragend als Einstiegs- und Gruppeninstrument, hat aber auch in der zeitgenössischen Musik ihren Platz.
Einstieg an der Musikschule
Die Blockflöte ist ein ausgezeichnetes erstes Instrument – schon ab etwa fünf bis sechs Jahren. Sie ist leicht, preiswert und ermöglicht rasche Erfolge, ohne große Kraft zu verlangen. Für viele Kinder ist sie das Tor zu weiteren Blas- oder anderen Instrumenten.
Die Blockflötenfamilie
Blockflöten gibt es in vielen Größen – von der kleinen Sopranino über Sopran, Alt und Tenor bis zur großen Bassblockflöte. Zusammen bilden sie ein harmonisch vollständiges Ensemble. Zu beachten ist außerdem die Griffweise: Neben der barocken (englischen) Griffweise gibt es die deutsche; für das weitere Lernen ist die barocke Griffweise die verbreitetere Wahl.
Pflege & Praktisches
Nach dem Spielen wird die Blockflöte ausgewischt und getrocknet, damit sich keine Feuchtigkeit staut. Ein neues Instrument aus Holz sollte man anfangs nur kurz spielen und langsam „einspielen“; die Zapfenkorken werden gelegentlich leicht gefettet, damit sich die Teile gut zusammenstecken lassen. Kunststoffflöten sind besonders pflegeleicht und daher fürs erste Instrument beliebt.
Für Einsteiger: Was macht die Blockflöte besonders?
Die Blockflöte ist leicht, preiswert und braucht kaum Kraft – deshalb gelingt der erste Ton fast sofort, was besonders jüngere Kinder motiviert. Sie schult Atem, Fingerfertigkeit und Notenlesen und legt damit ein gutes Fundament für viele weitere Instrumente. Im Ensemble mit verschiedenen Größen erleben Kinder früh das Zusammenspiel und den vollen Klang der Blockflötenfamilie. Kurze, regelmäßige Übungseinheiten reichen völlig, um Woche für Woche Fortschritte zu hören.